Wallbach – Kurzchronik

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 29. Mai 1283. An diesem Tag vollzog die Äbtissin Agnes des Olsberger Frauenklosters den Tausch ihrer bisherigen Güter zu „Walabuk“ gegen andere Besitzungen in „Ogest“ (heute Augst) mit dem in Säckingen wohnenden Jacobus de Rinvelden. Der Name Wallbach, der sich seit der ersten Erwähnung von Walabuk über Walibach, Waldspach bin hin zum heutigen Wallbach, seit ca. 1600 in Gebrauch ist, deutet auf einen keltischen Ursprung hin.

Wallbach profitierte Aufblühen der Städte im 15. und 16. Jahrhundert, denn der Rhein als wichtige Verkehrsader brachte für viele Wallbacher Rheingenossen als Flößer und Fischer Verdienst und Wohlstand. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, unter der Kaiserin Maria Theresia, zählte man im Dorf 28 Häuser mit 172 Seelen. Die Kaiserin und ihr Sohn Josef II führten ein vorbildliches Schulwesen mit der Schulpflicht ein.

Der Rhein wurde 1802 Staatsgrenze und trennte damit auch beider Wallbach, das rechtsrheinische fiel nach 500 Jahren Habsburg-Österreich an das Großherzogtum Baden, unsere Schwestergemeinde gehörte kurz zum Kanton Fricktal der Eidgenossenschaft Schweiz, der dann aber bereits nach einem Jahr in den Kanton Aargau überging.

Mit dem Bau der rechtsrheinischen Durchgangsstraße wurde Wallbach ab 1812 zum Straßendorf. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Wallbach 414 Einwohner, darunter 57 Flößer und Fischer, Kirche und zwei Wirtshäusern. 1856 wurde die Zugstrecke Basel-Waldshut, 30 Jahre später die 1970 stillgelegte Wehratalbahn gebaut. Beide Bahnlinien durchfuhren Wallbach, aber ohne Haltepunkt, was sich ab 2027 endlich ändert.
Das 20. Jahrhundert brachte für Wallbach die Neuzeit. Mit dem Bau des Rheinkraftwerkes Rheinfelden kam 1908 die Elektrizität ins Dorf; ein Jahr später erhielt das Dorf eine zentrale Trinkwasserversorgung.

Nach dem zweiten Weltkrieg siedelten sich in den 50ziger Jahren mehrer Industrie- und Gewerbegebiete an, es gab das erste Neubaugebiet. 1972 registrierte Wallbach 804 Einwohner.
Im Rahmen der Gebietsreform gab Wallbach am 8. März 1972 seine Selbständigkeit auf und schloss sich der Stadt Bad Säckingen an. Mit immerhin einer Millionen Mark als Aussteuerpaket, das Wallbach in diese kommunale Ehe einbrachte, konnte über den Eingliederungs-vertrag die Flößerhalle, der Kindergarten und eine Sportanlage gebaut sowie weitere Baugebiete erschlossen.

Am 3. Dezember 1982 erfolgte der wichtigste Schritt, die Einweihung der Ortsumgehungsstraße B34 neu. Damals ging der Verkehr von 16.000 auf rund 1000 Fahrzeuge täglich zurück. In den folgenden Jahren wieder verdreifacht, bietet Wallbach mit einer flächendecken-den Tempobeschränkung auf 30 km/h Wohnqualität und endlich Sicherheit für unsere Fußgänger, Schulkinder und Radfahrer.

Heute hat sich Wallbach mit seiner Einwohnerzahl von knapp 1600 auf 1972 hin gerechnet fast verdoppelt. Wir haben eine gesunde Infrastruktur, mit Kirche, Kindergarten, Grundschule, Bäcker und neben einer chinesischen Gaststätte die Beiz im Müllmuseum, auf das wir durch die Eigeninitiative der Familie Thomann besonders stolz sein können.
Wir bieten in unserem Gewerbe- und Industriegebiet rund 500 Arbeitsplätze. In 12 Vereine mit unterschiedlichsten Angeboten vom Kleinkind bis Senioren plus Feuerwehr, fühlen sich über 1600 Mitglieder, wohl, viele in unterschiedlichen Vereinen.
Unser Dorffest, nicht nur das erste am Hochrhein, sondern auch jetzt mit über 50 Jahren das, was am längsten überlebt hat, ist das zentrale gemeinsame Fest im Dorf, das seit 2011 durch einen Naturparkmarkt aufgewertet werden konnte.

Wallbach liegt geografisch nicht nur im Herzen Europas, sondern es ist das schönste Dorf am Hochrhein. Bereits 1992 wurde Wallbach im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldmedaille auf Landesebene zuerkannt. Die Wallbacher geben sich aber auch heute noch nicht mit der Auszeichnung zufrieden und versuchen der Zeit angepasst nach wie vor, ihren Ort noch attraktiver zu gestalten. Ich kann nur dafür werben: Ziehen Sie nach Wallbach, besuchen Sie eine unserer zahlreichen Veranstaltungen, Sie werden sich in unserem lebens- und liebenswerten Wallbach wohlfühlen.

Text: OV Fred Thelen ( 2025 )