Im Spätsommer 2024 gab es erste Bestätigungen der Asiatischen Tigermücke in Bad Säckingen. Um die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen, muss auch die Bevölkerung mithelfen. Aber wie? 4 min

Es war wohl nur eine Frage der Zeit: Seit fast 20 Jahren wird die Asiatische Tigermücke in Südbaden immer wieder gesichtet und bestätigt, zuerst 2007 an einer Autobahn-Raststätte bei Weil am Rhein. Besonders der Oberrhein ist betroffen, in den vergangenen Jahren aber auch immer stärker der Hochrhein. So wurde die Tigermücke in Herten 2022 erstmals bestätigt, inzwischen hat sie sich auf weite Teile des Rheinfelder Stadtgebiets ausgebreitet.
Wie Ralf Däubler, Sachgebietsleiter Umwelt und Energie bei der Stadtverwaltung Bad Säckingen, im Pressegespräch sagt, seien Asiatische Tigermücken auch in Bad Säckingen schon seit einigen Jahren „gesichtet“ worden. Dabei habe sich aber immer herausgestellt, dass es sich um andere Insekten handele, von Fliegen über Bremsen bis zu Rheinschnaken. Im vergangenen Jahr habe man nun aber erstmals Asiatische Tigermücken im Ortsteil Wallbach bestätigen können, nachdem dort mehrere Sichtungen im Spätsommer gemeldet wurden.
Zwei wesentliche Unterschiede zur Rheinschnake: Die Tigermücken sind aggressiver und tagaktiv
Däubler macht nach zahlreichen Medienberichten in den vergangenen Jahren bei der Bevölkerung eine gewisse Verunsicherung aus. Die Stadt wolle die ersten Fälle vor Ort deshalb zum Anlass nehmen, erneut zu informieren und zu sensibilisieren: Wie können Menschen sich schützen? Was kann jeder Haushalt tun? Und warum ist das wichtig?
Im Gegensatz zur in der Region typischen Rheinschnake, die erst während der Dämmerung ihr Unwesen treibt, gebe es wesentliche Unterschiede: „Die Asiatischen Tigermücken sind aggressiver, fliegen auch am Tage und stechen dann auch.“ Zudem seien die Tigermücken kleiner, sie sind etwa drei bis acht Millimeter groß. Wenn sie nicht gerade fliegen, könne man sie gut an ihrem schwarz-weißen Muster erkennen. An den Stichen selbst könne man aber nicht bestimmen, welche Mücke dahintersteckt.

Grundsätzlich werde die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke bekämpft, weil sie gefährliche Viren und damit letztlich Krankheiten übertragen kann. Wie Däubler betont, seien in Deutschland allerdings noch keine Fälle bekannt, in denen das passiert ist. Da die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übertragung allerdings mit jeder Tigermücken-Population steige, sei eine Eindämmung weiterhin ratsam. „Wir wollen den Anfängen entgegentreten“, sagt Däubler.
„Überall dort, wo stehendes Wasser ist, herrschen ideale Voraussetzungen.“Roland Baumgartner
Roland Baumgartner, bei der Stadtverwaltung zuständig für Feuerwehr und Katastrophenschutz, erklärt: „Überall dort, wo stehendes Wasser ist, herrschen ideale Voraussetzungen.“ Die Tigermücken legen in solchen kleinen, stillen Wasseransammlungen ihre Eier, etwa in Blumentopfuntersetzern, Eimern oder verstopften Dachrinnen. Dabei kann ein Weibchen bis zu 300 Eier legen. Je nach Temperatur dauert es vom Ei zur ausgewachsenen Mücke gerade mal sieben Tage. Ohne Wasser kann sich die Tigermücke aber nicht entwickeln. Deshalb sollen Behältnisse oder Stellen, in denen sich stehendes Wasser bilden kann, regelmäßig kontrolliert, gegebenenfalls umgedreht, abgedeckt, geleert oder gesäubert werden.
Stadt empfiehlt Schutzmaßnahmen – und kämpft mit Tabletten gegen die Tiere
Ganz verhindern könne man die Ausbreitung wohl aber nicht. „Früher oder später wird sie hier heimisch sein“, prognostiziert Ralf Däubler. Neben Präventionstipps zur Ausbreitung empfiehlt die Stadtverwaltung deshalb auch Schutzmaßnahmen, etwa Mückennetze an Fenster und Türen, helle, lange Kleidung im Freien und Insektenschutzmittel auf der Haut.
Wenn sich die Tigermücke bereits angesiedelt hat, hilft nur noch die Bekämpfung. Dafür hat die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr Tabletten mit einem biologischen Wirkstoff angeschafft und in Wallbach erstmals an zwei Haushalte ausgegeben. Mit den Tabletten kann gegen die Larven in Wasserbehältnissen vorgegangen werden.

Der Informationsflyer mit allen Tipps zu Prävention, Schutz und Bekämpfung wird zeitnah auf der Website der Stadt veröffentlicht und sowohl im Rathaus als auch in den Ortsverwaltungen ausgelegt.
Meldungen: Wer vermutet, eine Tigermücke gesichtet zu haben, kann sie unter www.mehr.bz/muecke-melden oder www.mueckenatlas.com melden. Wer es schafft, eine Tigermücke einzufangen, kann sich gerne an Ralf Däubler wenden: ralf.daeubler@bad-saeckingen.de .
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